Seit über 10 Jahren: der Koop-Verbund

Mit der Bildungsreform 2004/2005 wurde es für die meisten Schülerläden unmöglich weiter als freier Träger zu bestehen, da Schulen nur mit einem Träger arbeiten durfen und damit die Finanzierung der Schülerläden nicht mehr bestand. Vorher hatten die Schülerläden die Möglichkeit jedes Schulkind aus Berlin aufzunehmen. Es war die freie Wahl der Eltern, welchen Laden und welche Betreuung, egal in welchem Bezirk, sie wählten.
Von ca. vierhundert Läden überlebten zwanzig. Einige Kreuzberger Schülerläden trafen sich regelmäßig um die Möglichkeiten des Weiterbestehens zu diskutieren und zu entwickeln. Durch viel Engagement der Erzieher/innen, Eltern und Herrn Werner Munk, Schulleiter der Reinhardswald-GS, der einer der wenigen Rektoren in Berlin war, die weiterhin mit Schülerläden arbeiten wollten und den Mut hatte einen eigenen Weg zu gehen, entstand die Möglichkeit, mit der Hilfe von Klaus Sprenger (tandem BQG), der damals Vater in einem Schülerladen war, ein tragfähiges Konzept zu entwickeln, welches die Betreuung von ca. 250 Kindern in 11 verbleibenden Schülerläden sicherte. Dazu schlossen sich 11 Schülerläden zu dem Koop-Verbund Reinhardswald-Grundschule zusammen und gründeten einen Verein um als Träger für die Ergänzende Förderung und Betreuung mit der Schule kooperieren zu können. Dies war nicht so einfach, da wie in der Historie der Schülerläden erwähnt, alle Läden unterschiedliche Erziehungsschwerpunkte hatten und haben und auch die Verwaltungsstrukturen unterschiedlich sind. Keiner der Läden wollte natürlich auf seine Autonomie verzichten und es mussten gemeinsame Strukturen gefunden werden. Dies dauerte nahezu ein Jahr.
Es war für alle sehr nervenaufreibend und zeitaufwendig, da wir uns fast wöchentlich trafen und die Emotionen und Diskussionen teilweise sehr hitzig und kontrovers waren, um sich auf eine für alle Läden gültige Rahmenbedingung zu einigen und diese umzusetzen.
Von 25 Läden blieben dann 11 übrig.
Der Koop-Verbund dient als Dachverband, der die einzelnen, inzwischen nur noch 10 freien Träger, nach außen vertritt. Der gewählte Koop-Vorstand koordiniert verbindlich die Zusammenarbeit mit der RHW-Grundschule.
Auf inzwischen alle drei Wochen stattfindenden Koop-Treffen besprechen und stimmen die Schülerläden ihre Arbeit ab und versuchen neue Arbeitsziele zu entwickeln.
Nach mehr als 10 Jahren Koop-Verbund Kreuzberger Schülerläden kann man sagen, dass alle Läden den Verbund als Bereicherung empfinden, da er die Weiterentwicklung der einzelnen Läden vorantreibt, zu Diskussionen anregt und die gemeinsame Zusammenarbeit mit der Schule intensiviert. Somit also die Arbeit in Schülerläden erneuert hat.
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